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Ju-Jutsu bei der Polizei

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25.10.09 20:55 Alter: 277 Tag(e)

15. Osnabrücker Polizeiseminar wieder ein toller Erfolg

Kategorie: DJJV, Lehre und Ausbildung, Polizei, Ju-Jutsu

Von: Werner Thole

Schon ein fester Bestandteil im Terminplan selbstverteidigungsinteressierter Polizeibeamte ist das immer im September stattfindende Osnabrücker Polizeiseminar. In diesem Jahr wurde es bereits zum 15. Mal durchgeführt. Begonnen hat diese „Traditionsveranstaltung“ als interne Fortbildungsveranstaltung der Osnabrücker SV-Sportübungsleiter. Heute ist es eine Veranstaltung sowohl für Sportübungsleiter, Polizei- und Justiz-Einsatztrainer, als auch für den an Selbstschutz und Eingriffstechniken interessierten Polizeibeamten. Mehr als 80 Teilnehmer aus dem gesamten niedersächsischen Bereich waren bei der dreitägigen Veranstaltung anwesend. Ein Berliner Polizeibeamter war sogar in seiner Freizeit angereist, um als Gast mit zu trainieren. Die hervorragenden Räumlichkeiten des Dojo der Judocrocodiles Osnabrück mit 600m² Mattenfläche und die Unterbringung der auswärtigen Teilnehmer im Priesterseminar trugen auch diesmal wieder zum Gelingen bei.

Der Schwerpunkt des Seminars lag in der Vermittlung der Grundtechniken des „Abwehr- und Zugrifftraining (AZT)“, das zukünftig landesweit nach einheitlichen Standards trainiert werden soll.
Jürgen Heise und Marco Miesch, beide im Hauptamt als Lehrkraft an der Polizeiakademie Niedersachsen tätig und für die fachliche Ausbildung von Polizeitrainern für AZT zuständig, gestalteten den ersten Tag.
Abwehr- und Zugrifftraining basiert auf der Idee, dass wenige aber effektive Techniken bereits von den Studenten trainiert werden und dann auch in den weiterführenden Trainings die Grundlage bilden. Diese Basis wurde von den Beiden in kompetenter Weise vorgestellt und von den Teilnehmern intensiv trainiert. Ziel war es insbesondere, den Einsatztrainern und Übungsleitern vorzustellen, welche Fähigkeiten sie zukünftig von den heutigen Studenten erwarten können.

Am zweiten Tag war als externer Referent Stefan Thias, Krav Maga Instuctor eingeladen. Krav Maga ist das offizielle Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem der israelischen Polizei- und Militäreinheiten. Darüber hinaus wurde es an die speziellen Bedürfnisse von Zivilisten angepasst. Es nimmt für sich in Anspruch eines der effektivsten und leicht zu erlernenden Selbstverteidigungssysteme zu sein.
Schwerpunkt dieses Trainings waren Selbstschutztechniken, die von Stefan Thias in präziser und dynamischer Weise vorgestellt wurden. Trainiert wurden Verteidigungen gegen Schlag-, Würge- und Umklammerungsangriffe.  Für viele Teilnehmer ein interessanter „Blick über den Zaun“, aber auch häufig die Erkenntnis „das machen wir doch genau so oder zumindest so ähnlich“.

Der dritte Tag begann mit einer Einführung in die Funktionsgymnastik. Detlef Fels stellte in gewohnter humorvoller Art verschiedene Übungsformen zur Stabilisierung der Rumpfmuskulatur vor. Vermutlich dürften einige Muskelpartien die Teilnehmer in den nächsten Tagen an diese Trainingseinheit erinnert haben.
Werner Thole ging in seiner Übungseinheit in einer kurzen theoretischen Einführung nochmals auf die Struktur des „Roten Faden“ ein. Beim anschließenden Aufwärmtraining konnte bei kleinen Spielen zur Steigerung der körperlichen Durchsetzungsfähigkeit Gruppendynamik  pur erlebt werden, so dass die engagierten Teilnehmer manchmal gebremst werden mussten.
Teamtraining war der Inhalt der letzten Übungseinheit. Die Durchführung von Zugriffsituationen im Streifenteam und das Zusammenwirken mehrer Streifenteams wurden geübt.

In der Seminarnachbesprechung wurden die hervorragenden Räumlichkeiten des Dojo der Judocrocodiles Osnabrück mit 600m² Mattenfläche und die Unterbringung der auswärtigen Teilnehmer im Priesterseminar wieder einmal gelobt. Die Gruppengröße und der unterschiedliche Kenntnisstand der Teilnehmer wird es zukünftig erforderlich machen, verschiedene Angebote parallel anzubieten, um auf die Teilnehmerbedürfnisse besser eingehen zu können.