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Paris Open 2009
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Paris Open 2009

Es gibt viel zu tun…

Letzter Test vor der EM in Podgorica/Montenegro und letztes internationales Großturnier vor den World-Games. Aus diesem Grunde waren nahezu alle Kämpfer des A/B Kaders mit am Start. Mit Athleten, Betreuern, Offiziellen und vielen mitgereisten Heimtrainern und Fans waren wir mit genau 70 Personen im Doppelstöcker unterwegs. Die logistischen Probleme unseres Leistungssportteams sind hier nur zu erahnen. Aber von der Zimmerbuchung, übers Essen, die Zusteigepunkte in den Bus, Videoteam für alle Matten, Presseteam, Sauna zum abnehmen, usw. Es klappte wieder einmal alles Reibungslos.

Zu den Wettkämpfen:

Im Duo gingen insgesamt vier Paare, je zwei männliche, zwei weibliche und vier Mixed an den Start.

Juri Hatzenbühler und Richard Hohenäcker trafen gleich in ihrem ersten Kampf auf das stark favorisierte französische Duo Paar und mussten sich dem späteren Paris Open Sieger geschlagen geben. In der Trostrunde gegen Österreich konnte man dann zwar klar dominieren; ein Angriffsfehler bedeutete in Runde 3 jedoch das knappe Aus.
Auch Dries Beyer und Raphael Rochner hatten wenig Losglück an diesem Wochenende, denn sie mussten sich in ihrem Auftaktkampf den amtierenden Weltmeistern aus der Schweiz stellen. Nur mit geringem (!) Punkteunterschied verloren sie am Ende. In der Trostrunde stießen die beiden dann auf die österreichischen Vize-Weltmeister. Hochkonzentriert und mit großem Siegeswillen entschieden sie den Kampf nach Verlängerung für sich. Ausgepowert von den großen Anstrengungen wurde man nach einem vorherigen Sieg gegen Österreich II von Slowenien auf Platz 7 „gestoppt“.

Das Damen-Duo Nadja Kuhlmann und Janine Ostmann mussten sich in ihrem ersten Kampf den späteren Gewinnern aus Frankreich geschlagen geben. Daraufhin standen sie dem polnischen Paar gegenüber. Mit dem Ziel klar vor Augen schlugen die beiden ihre favorisierten Gegner. Nur im Kampf gegen die schwedischen Duos, welche im Nachhinein auch auf dem Treppchen stehen sollten, mussten sie sich geschlagen geben.

Mit einer Verletzung an der Schulter ging das zweite weibliche Duo Paar aus Deutschland an den Start. Stefanie Konop und Frauke Kühni, welche normalerweise in der Klasse U 21 starten, standen im ersten Kampf den amtierenden Weltmeisterinnen gegenüber und verloren überaus knapp mit einem halben Punkt. In der Trostrunde entschieden sie dann alle Kämpfe für sich. Um am Ende den dritten Platz zu erlangen gaben sie in ihrem letzten Kampf nochmals Alles und gewannen gegen das österreichische Paar – die erste Medaille für das Team des DJJV.

Leider sollte es im Duo an diesem Tag auch die einzige bleiben. Im Mix stellten sich vier deutschen Mix Paare ihren Gegnern. Die international noch unerfahrenen Starter Julia Grammatte und Sebastian Stumm zeigten bei ihrem Sieg über Bulgarien und Niederlagen gegen Österreich und Frankreich, dass durchaus Potential in ihnen steckt.

Dominika Zagorski und Tom Ismer trafen in ihrem ersten Kampf auf die stark favorisierten Franzosen und verloren gegen die späteren Gewinner des Turniers. Nach einem Freilos, sahen die Kampfrichter auch ihr zweites französisches Gegner-Paar leicht vorne. Auch Kerstin Obernosterer und Sven Tisch mussten sich jeweils zweimal gegen Heimteams geschlagen geben.

Als letztes Paar traten Silvia Böhling und Mike Blatt an. Nach der Auftaktniederlage gegen die späteren Sieger aus Frankreich konnten die beiden in der Trostrunde 4x (!) dominieren, dabei sogar die World Games Starter aus der Schweiz stoppen. Im Kampf um Platz drei schlichen sich dann aber Konzentrationsfehler ein, da die vorherigen Kämpfe ohne größere Pausen gekämpft wurden. So verloren sie leider das kleine Finale mit einem halben Punkt.

Im Fighting in der Gewichtsklasse Herren -62kg gingen in Paris drei Deutsche Athleten ins Rennen. Die Torturen des Gewichtmachens sollten sich auszahlen. Gerhard Mende belegte in einem starken Starterfeld Platz fünf. Christoph Gabrands musste an diesem Tag nur einen Kampf abgeben und wurde so Dritter und Andreas Herglotz konnte sich bis ins Finale kämpfen. Dort ließ er nichts anbrennen und holte die erste Deutsche Goldmedaille bei diesem Turnier.

Viermal konnte Alexander Reichert in der 69-Kilo-Klasse als Sieger die Matte verlassen und stand im Kampf um den Einzug ins Finale. Hier musste er sich dem Dänen Mathias Willard beugen. Und auch im Kampf um Bronze reichte es gegen den Schweden Jonas Lundh dann leider nicht zu einem Edelmetall. Platz 5 bei fast 40 Startern aber trotzdem durchaus anerkennenswert. Wegen der großen Teilnehmerzahl wurde die Trostrunde dieser Klasse nur teilweise ausgekämpft. Daher kam für Andrej Thierbach nach dem Auftaktsieg und einer darauf folgenden Niederlage leider das Aus.

In der Gewichtsklasse -77kg musste sich unser Weltmeister Mario Staller im ersten Kampf geschlagen geben. Doch fand er daraufhin schnell zu gewohnter Stärke zurück und ließ seinen nachfolgenden Gegnern keine Chance mehr. Am Ende gab es Platz drei für Mario. Georg Knebel glänzte an diesem Tag ebenfalls mit einer herausragenden Leistung. Dadurch stand er schließlich im kleinen Finale und gewann Bronze. Peter Müller erwischte ein hartes Los und musste sich am Ende mit Platz sieben zufrieden geben. Christian Bernhard hatte einen starken Tag, musste das Turnier nach zwei Siegen allerdings leider wegen einer Knieverletzung aufgeben.

Bis 85 kg war für den DJJV nur Maik Poser am Start. Nach zwei Siegen und zwei knappen Niederlagen musste auch er mit einem siebten Platz und somit ohne Medaille nach Hause fahren.

Christopher Müller -94kg zeigte sich in guter Form. So kämpfte er sich ins kleine Finale und eroberte sich einen Platz auf dem Treppchen. Martin Scheibe wurde vom Verletzungspech heimgesucht und musste seinen zweiten Kampf aus diesem Grund aufgeben.

Carlo Clemens ging in der Favoritenrolle über 94kg in das Turnier. Erwartungsgemäß erreichte er das Finale. Leider fehlte es ihm dort am nötigen Quäntchen Glück und er unterlag knapp. Platz zwei für Carlo.

Bei den Damen -55kg war Christina Thierbach am Start und musste leider nach zwei verlorenen Kämpfen ausscheiden. Ihre Kaderkollegin Andrea Pflefka machte es da schon besser. Sie gewann überzeugend alle Kämpfe bis zum Einzug ins Finale. In diesem Kampf verletzte sie sich leider am Handgelenk, konnte nicht weiterkämpfen und schied dadurch endgültig aus dem Turnier aus.

Bis 62kg gingen vier Deutsche Damen an den Start. Sie sollten diese Klasse dominieren und fast alleine unter sich ausmachen. Im kleinen Finale standen sich Carina Neupert und Claudia Behnke gegenüber. Letztlich setzte sich Carina durch. Somit Platz drei für sie und Platz fünf für Claudia. Auch das Finale war eine Deutsch-Deutsche Auseinandersetzung. In einer Part 1 Schlacht gewann Sabrina Hatzky überzeugend Gold und Heidi Diedering musste sich mit Silber begnügen.

Bis 70 kg war Sonja Kinz als internationale Topathletin vorn dabei: Problemlos konnte sie sich bis ins Finale durchsetzen. Erst dort musste sie sich der amtierenden Weltmeisterin geschlagen geben. Ihre Kaderkolleginnen Ira Treske und Manuela Lukas trafen unglücklicherweise im Kampf um Platz 3 aufeinander. Hier konnte sich Ira Treske klar durchsetzen und den dritten Platz für sich erkämpfen.

Im Schwergewicht überraschte Anna Ranft, die sie im ersten Kampf klar gegen die französische Starterin durchsetzte und diese vorzeitig schlagen konnte. Im nächsten Kampf kam dann eine vorzeitige Niederlage und auch im Kampf um Platz drei musste sie sich geschlagen geben. Nadine Borst machte es da schon besser, nachdem sie ihren zweiten Kampf verlor, konnte sie sich in der Trostrunde durchsetzen und holte sich mit den dritten Platz erstmals international eine Medaille. Überzeugen konnte an diesem Tag Alexandra Dürrenberg, die fast alle Kämpfe überlegen gewann. Erst im Finale musste sie sich geschlagen geben und mit Platz zwei zufrieden geben.

Zum Schluss möchten wir uns noch für die gute Betreuung bei unserem Bundestrainerteam, den Kampfrichtern und insbesondere auch dem Medi-Team bedanken. Andreas Behlau und Steffen Clausnitzer überzeugten hier wieder einmal mit höchster Qualität, und das nicht nur bei unseren Athleten. Steffen musste beispielsweise eine ausländische Kämpferin aus der Ohnmacht erwecken, weil der offizielle an einer anderen Matte beschäftigt war.

Bundeskader Medienteam