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Junioren-WM - Der zweite Tag
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Junioren-WM - Der zweite Tag

Weitere Triumphe für den DJJV

Auch der zweite Wettkampftag stand schwerpunktmäßig noch im Zeichen der U 18. Lediglich die zwei Schwergewichtsklassen und der Duo-Wettbewerb der Herren wurden auch in der U 21 ausgetragen. Bevor ich zu den Kämpfen komme, soll den griechischen Organisatoren durchaus einmal ein Kompliment zuteil werden. Insgesamt ist die Veranstaltung bisher gelungen und verlief reibungslos – ganz anders als in der Vergangenheit in südlichen Ländern oftmals erlebt! Eines blieb allerdings auch am zweiten Tag aus, eine nennenswerte Anzahl von Zuschauern. Schade, die Veranstaltung hätte es verdient!

In einem ausgeglichenen Schlagabtausch der 1. Runde der 66-Kilo-Klasse U 18 setzte der Schwede Fredrik Widgren doch die eindeutigeren Treffer und verwies Dominik Köhnkow in die Trostrunde. Hier kam gegen den taktisch klüger agierenden Polen Mateusz Sporys das vorzeitige Aus. Nicht besser erging es Philipp Deigner, der gegen Dänen Jakob Hundeboll kein Konzept fand und ebenfalls in der Trostrunde landete, in der ihn der Niederländer Mathijs Scholtes endgültig aus dem Rennen warf.

Durch Niederlagen gegen die Polin Lena Rozanska und die Bulgarin Gabriela Mandjarova war leider auch für Mado Lenius in der Damenklasse U 18 bis 57 kg die WM beendet.

Besser erging es Priscylla Nascimento. Sie lag in ihrem Auftaktkampf sowieso bereits klar in Führung, als ihre Gegnerin Elin Persson (Schweden) verletzungsbedingt aufgeben musste. War der anschließende Zweitrundenkampf gegen die Griechin Zoi Tzenetidou in der ersten Hälfte noch ausgeglichen, kam Priscylla dann immer mehr in ihren Rhythmus und somit doch zu einem klaren und verdienten Punktesieg. Überhaupt kein Konzept gegeneinander fanden Priscylla und ihre Gegnerin Alexandra Dopierala (Polen) beim Kampf um den Einzug ins Finale. Das führte dann auch nur zu einem unkontrollierten Schlagabtausch mit blutiger Nase, punktelosem „Gezerre“ in Part 2 und Punktegleichstand beim Schlussgong, der aufgrund der Unterbewertung letztendlich zugunsten der Polin gewertet werden musste. Im Kampf um Platz 3 dominierte die Montenegrinerin Dzenata Vucic klar in Part 1. Immer wieder lief ihr Priscylla in Kontertechniken. 23:9 der klare Endstand und aus der Traum von der WM-Medaille.

Nur 53 Sekunden benötige Miguel Mogge im Schwergewicht, um gegen den Griechen Ioannis Vlastakis mit Full Ippon in die nächste Runde zu gelangen. Hierbei ging es bereits um den Einzug ins Finale. Diese Begegnung war hoch spannend, da der muskulöse Montenegriner Nicola Vulevic offensichtlich über hervorragende Qualitäten im Infight verfügte. 1 ½ Minuten lang lag Miguel durch taktisch kluge Atemis in Führung, dann brachte Vulevic in Part 2 seinen Griff durch und beendete den Kampf augenblicklich mit einem „knochentrockenen“ Wurf und anschließendem Festhalter. Obwohl Mogge selbst kein Leichtgewicht ist, wirkte er gegen den Polen Eryk Korzeniewski, der sicher auch im Sumo starten könnte, eher zierlich. Im Infight war daher auch wenig zu erreichen. Taktisch klug machte Miguel seine Punkte aber in Part 1 holte mit 14:9 ungefährdet Bronze.

Bis 10 Sekunden vor Schluss führte Isabelle Gebauer (U 21 über 70 kg) gegen die Niederländerin Sarina Bleumink klar. Dann lief sie ihrer Gegnerin planlos in einen Außendrehwurf mit anschließendem Festhalter und musste sich noch nach Ende der regulären Kampfzeit mit Full Ippon geschlagen geben. Auch im Kampf um Platz 3 fand sie kein Konzept und unterlag der Slowenin Sabina Bredovnik durch

Besser machte es ihre Teamkameradin Andrea Kornher, die sich ihre russische Erstrundenkontrahentin Mariya Flizarova mit Atemis gut vom Leib hielt und einen knappen, aber ungefährdeten Sieg „einfuhr“. Beim folgenden Kampf um den Einzug ins Finale lag die Slowenin Sabina Predovnik zunächst in Führung. Nach mehreren Faust- und Fußtreffern, sowie einer Wurftechnik mit anschließendem Festhalter stand dann aber doch die Deutsche als Gegnerin der Holländerin Sarina Bleumink für den Endkampf fest. Hier dauerte es leider nur 31 Sekunden, bis der Traum vom Gold ausgeträumt war. Trotzdem ein weiterer toller Vizetitel für Deutschland!

Nur „zum Aufwärmen geeignet“ waren die griechischen Auftaktgegner des Duo-Mix (U 18), Elena Büchner und Axel Sauer. Mit 7,5 Punkten Unterschied zogen sie in die nächste Runde ein. Das italienische Team, auf das sie hier trafen, präsentierte sich einen „Tick“ dynamischer und routinierter. Das reichte leider, um Elena und Axel knapp, aber zugegebenermaßen verdient, zu schlagen. Mit guten Leistungen und einem deutlichen Punktevorsprung gegen das Team aus Polen zogen die beiden in den Kampf um Platz 3 ein. Auch hier hatten die Montenegriner keine Chance. Mit jeder Runde wurde der Punkteabstand größer, so dass sich Elena und Axel mit Stolz die Bronzemedaille umhängen durften.

Unter anderem mit Ippons für Fausttechnik und Festhalter lag Simon Roiger im Auftaktkampf (U 18, + 81 kg) gegen den Russen Murat Adzhiev bereits in Führung, als er auch noch mit einem schulmäßigen Talfallzug den Full Ippon besiegelte. Wenn man Roiger sieht, wirkt er eher schwerfällig. Aber er auf der Matte, mit blitzschnellen, sauberen Kicks zum Kopf und wenn er sich fast „katzenartig“ aus jedem Griff befreit, beweist er klar das Gegenteil, was auch der anschließende 28:5-Sieg über Georgios Tirogalas aus Griechenland überdeutlich belegte. Mit einem relativ ausgeglichen, aber taktisch klug geführten Halbfinale gegen Joey Seykens aus Holland, sicherte sich Simon mit 9:7 den Einzug in den Endkampf. Hier konnte er dem bärenstarken Russen Vladimir Charkashin nur bedingt Paroli bieten. Vizeweltmeister – trotzdem ein klangvoller Titel.

Mit diesem Kampfausgang verpasste Deutschland leider auch die Chance, Russland an der Spitze der bisher führenden Nationen abzulösen.

Eine Zitterpartie war die erste Begegnung von Nicolina Wenzler in der Klasse U 18 bis 63 kg. Letztendlich kam ihr zugute, dass die Italienerin Beatrice Giacalone aufgrund ihrer Kampfweise im Laufe der Begegnung 6 Strafpunkte kassierte. Dadurch erreichte Nicolina mit knappem Vorsprung die nächste Runde. Gegen die Russin Vera Babaylova zeigte sie jedoch eine konstante und souveräne Leistung und stand verdient im Halbfinale. Dieses musste sie dann allerdings an die Polin Anna Skoczylas abgeben. An Dramatik nicht zu überbieten war der Kampf um Bronze gegen die Niederländerin Aafke van Leeuwen. Mal lag die eine, dann die andere in Führung. 8 Sekunden vor Schluss, mit 2 Punkten Vorsprung war der Sieg zum Greifen nah. Vor Nervosität startete Nicolina ohne Hashime (Kommando zum Kämpfen) und kassierte prompt ein Chui (2 Punkte Strafe). Da in den letzten Sekunden kein Punkt mehr erzielt wurde, ging die Medaille aufgrund der Unterbewertung doch noch an die Deutsche.

Nicht zurecht mit ihrer Auftaktgegnerin Karolina Rak aus Polen kam Sandy Krohn und fand sich in der Trostrunde wieder. Auch hier kassierte sie in einem insgesamt zwar ausgeglichenen Kampf durch Full Ippon „in der Nachspielzeit“ eine Niederlage gegen die Italienerin Beatrice Giacalone. Die WM war damit für sie gelaufen.

In der 81-Kilo-Klasse U 18 musste sich Lukas Bombik dem Dänen Lasse Munck durch Full Ippon geschlagen geben, während Tim Weidenbacher seinerseits durch Full Ippon gegen Nikolaos Mponoris aus Griechenland und einen deutlichen Punktesieg über den Montenegriner Igor Tatar ins Halbfinale einzog. Hier war die Partie gegen den Russen Andrey Cherevco ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Weidenbacher. Als der Russe 2 Sekunden vor Schluss und 2 Punkte hinten einen Blitzangriff startete, wurde er von Weidenbacher mit einem sauberen Fußstoß gestoppt. Belohnung: Ippon und die Finalteilnahme! Im Endkampf hatte Tim stets die Kontrolle, schien fast nur mit seinem russischen Kontrahenten Alexander Piletsky zu spielen und darf sich nun mit Stolz Weltmeister nennen.

In der Trostrunde kam Lukas Bombik zunächst zu einem deutlichen Punktesieg über den Griechen Nikolaos Mponoris. In der folgenden Begegnung sah alles nach einem Sieg des Polen Mateusz Duran aus. Dann punktete sich Bombik aber immer näher heran, überholte sogar noch deutlich und stand im „kleinen Finale“ um Platz 3. Sah es hier zunächst nach einem leichten Sieg für den Russen Andrey Cherekov aus, schien Lukas plötzlich wie auswechselt, konterte jeden Angriff und kam letztendlich noch zu einem deutlichen 19:12-Endstand.

Leider verschiedst wurde Sylvia Gayny (U 18 bis 70 kg) gegen die Montenegrinerin Ivana Barac. Lag Sylvia Sekunden vor Schluss noch in Führung, wurde beim Hajime die Uhr nicht gestartet und plötzlich war der Ausgleich da, der Sylvia in der Unterbewertung den Sieg kostete. Hierdurch erst richtig angeheizt, „zerlegte“ sie ihre nächste Gegnerin, die Russin Ksenia Isaeva, in 40 Sekunden durch Full Ippon und zog in den Kampf um Platz 3 ein. Hier hielt sie sich die Slowenin Barbara Stiplosek mit zahlreichen guten Fausttreffern auf Distanz und kam zu einem ungefährdeten 12:9-Sieg.

In der 73-Kilo-Klasse U 18 kam nach zwei Niederlagen leider das frühe Aus für Ruwen Steenackers. Nichts anbrennen ließ hier allerdings Christian Birmele. Taktisch klug und stets dominant sicherte er sich durch Siege über Gregor Fakin (Slowenien), Jaras Turaliev (Kasachstan) und Nicola Prodanovic (Slowenien) die Finalteilnahme. Auch hier zeigte Christian starke Nerven, während sein rumänischer Kontrahent Marius Lixandru wild und ungestüm einer ständigen Punkteführung des Deutschen hinterherlief. Die hoch verdiente Goldmedaille letztendlich für Christian Birmele.

Morgen hoffentlich mehr - abhängig davon, ob ich pünktlich zurück fliegen muss - dann wird es nicht möglich sein, da der Flug um 19 Uhr startet, das Ende der Kämpfe aber erst gegen 22 Uhr erwartet wird.

Georg Kulot
Pressereferent DJJV

Die kompletten Wettkampflisten und Ergebnisse des zweiten Tages

 

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