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JJIF-Competition Camp - Bad Blankenburg 2009

Europas Ju-Jutsu-Elite auf deutschen Matten

Jährlich wird vom internationalen Ju-Jutsu-Weltverband JJIF ein Lehrgang der besonderen Art ausgerichtet: Das Competition Camp. 2009 wurde das Camp nach etlichen Jahren unter griechischer oder spanischer Federführung erstmals vom Deutschen Ju-Jutsu-Verband organisiert. Vom  sonnigen Mittelmeer nach Deutschland ist es nicht nur auf der Landkarte ein weiter Sprung - auch die Schwerpunkte haben sich etwas verschoben. Anders als in den letzten Jahren war die Woche weniger von regenerativen sondern mehr von progressiven Inhalten geprägt.

Und dieses Konzept kam gut an: Knapp 120 Athleten aus zehn Ländern schwitzen eine Woche in der Landssportschule im thüringischen Bad Blankenburg. So international wie die Athleten waren auch die Trainer: Andreas Kuhl, World-Games-Sieger und Weltmeister im Fighting, Joachim Thumfart, Weltmeister im Duo, Julien Boussuge, ebenfalls World-Games-Sieger aus Frankreich und der Nationaltrainer Griechenlands Michael van Rijt um nur einige Namen zu nennen.

Das Hauptaugenmerk der Trainer lag in ihren Trainingseinheiten auf dem Randori und weniger auf technischen Details. Genau das lobten auch die Sportler und Trainer als das Besondere eines Competition Camps: Hier können sich Ju-Jutsu-Profis gegenseitig in Aktion erleben und den Gegner von morgen schon heute studieren. Das inspiriert und weckt Ehrgeiz. Obwohl "die Leute sich natürlich zurückhalten", wie Roland Köhler, Bundestrainer Deutschland anmerkt. Die Trainer hielten allerdings weniger bedeckt als die Sportler und "waren erstaunlich offen mit ihren Methoden", lobt Herbert Frese, Präsident des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes.

Bei allem Training kam der Spaß dennoch nicht zu kurz. Das lag nicht zuletzt an den Anlagen der Sportschule, die keine Wünsche offen ließen. "Das Training war gut, aber so anstrengend, dass das Essen sogar noch besser war!" bemerkte ein deutscher Athlet mit einem Schmunzeln beim Frühstücksbuffet. Gefeiert wurde auch nicht zu knapp, auch wegen der Großzügigkeit von Theodoropoulos Panagiotis. Der Grieche ist Präsident der JJIF und sponserte spontan eine Party für die Athleten.

Neben ihm waren noch einige andere hohe, internationale Verbandsfunktionäre auf dem Camp anwesend. Und zwar nicht nur wegen dem Training sondern auch weil parallel zum Competition Camp ein zukunftsweisender Workshop abgehalten wurde. Nach einer Idee von Tomo Borrisov, Vizepräsident der JJIF, wurden erste Grundlagen einer neuen Wettkampfform für das Jujitsu ausgearbeitet.

Ziel des Workshops war es, eine Form zu entwickeln, die einen Wettkampf für Selbstverteidigung erlaubt. Die neue Form soll wie Duo auf einer Reihe fester Angriffe basieren aber realistischer und weniger ästhetisch sein. Diese neue Wettkampfform richtet sich speziell an Polizei- und Sicherheitskräfte und soll in Dienstkleidung ausgeführt werden. Noch steckt die Entwicklung in der Anfangsphase, wie es weitergeht wird sich im November bei einer Tagung des Weltverbandes zeigen.

Ein weiteres Detail aus der Internationalen Sportpolitik gab Theodoropoulos Panagiotis, Präsident der JJIF bekannt: Nach jahrelanger Anstrengung kann es nun als sicher gelten, dass Ju-Jutsu den Status eines olympischen Anwärtersportes bekommt. Dass es bei den Olympischen Spielen allerdings jemals " Hajime!" heißt, ist noch „Zukunftsmusik“. Dennoch ist die Anwärterschaft ein wichtiger Schritt für das Ju-Jutsu. Die JJIF erhofft sich vor allem mehr öffentliche Aufmerksamkeit und die Förderungen durch die nationalen olympischen Komitees.

Einig waren sich alle Sportler, dass sie viel aus der Woche Training mitnehmen konnten und das, obwohl wegen einer terminlichen Überschneidung kein einziger Senior kommen konnte. Das soll sich nächstes Jahr ändern, wenn der DJJV wieder nach Bad Blankenburg zum Competition Camp lädt. Willkommen sind die Trainer und Athleten dort jedenfalls, denn zwischen der Stadt und dem Verband bestehen seit Jahren freundschaftliche Beziehungen. Da wundert es nicht, dass die Sportschule schon signalisiert hat, dass man auch das ganze Haus buchen kann, wenn der Andrang 2010 so groß ist wie vom DJJV erhofft.

Text: Miriam Sailer
Fotos: Roland Abé

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