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Deutsche Polizeimeisterschaft in Lüchow
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DJJV Meisterschaften u. Veranstaltungen |
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Deutsche Polizeimeisterschaft in Lüchow - großer Erfolg (organisatorisch und auf der Matte)Auch Weltklassekämpfer am Start In der gut gefüllten Sporthalle der Jeetzel-Schule in Lüchow eröffnete der Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, Friedrich Niehörster, gemeinsam mit Karl-Heinz Schultz, Bürgermeister der Stadt Lüchow, und Armin Friedrichs, Delegierter des Deutschen Polizeisportkuratoriums, im Rahmen einer stimmungsvollen Feier die 8. DPM Ju-Jutsu. Bevor die Mannschaften, 135 Kämpfer/innen aus nahezu allen Bundesländern und von der Bundespolizei einmarschierten – lediglich das Saarland hatte keine Qualifikanten – stimmten rund 50 Kindern der Ju-Jutsu Abteilung des SV Küsten, die ein buntes Schaubild zeigten, die Zuschauer ein. Polizeipräsident Friedrich Niehörster bedankte sich bei Stadt und Landkreis Lüchow für die logistische Unterstützung bei der Ausrichtung der Wettkämpfe. In seiner Eröffnungsrede zeigte er kurz die geschichtliche Verbindung von Polizei und Ju-Jutsu auf und stellte heraus, wie wichtig eine solide Grundausbildung von Polizeibeamten in Abwehr- und Zugriffstechniken gerade in der heutigen Zeit ist, wo die Zahl von Übergriffen gegenüber Polizeibeamten steigt. Außerdem wies er auf die Wichtigkeit der körperlichen Fitness für alle Polizeibeamten hin. Er zeigte sich darüber hinaus sehr erfreut, die Polizei in der Region Wendland auch einmal fernab von Einsatzgeschehen und Einsatzanzügen präsentieren zu können. (Anmerkung für „Nicht-Polizisten“: Lüchow war regelmäßig Schauplatz für Großeinsätze anlässlich von Castor-Transporten nach Gorleben) Nach einem kurzen Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Lüchow, Karl-Heinz Schultz, eröffnete der Delegierte des Deutschen Polizeisportkuratoriums, Herr Armin Friedrich, die Meisterschaft ganz offiziell. Am ersten Tag fanden die Kämpfe der leichteren Gewichtsklassen statt. Nachdem vormittags und über die Nachmittagsstunden die Vorrundenkämpfe im KO-System ausgetragen wurden, fanden ab 16.30 Uhr die spannenden Finalkämpfe statt. Untermalt wurde das Nachmittagsprogramm mit einer Showeinlage der Bascats Cheerleader-Gruppe Lüchow und vom begeistert gefeierten Kraftakrobatik-Duo Nos Ipsi. Auf welch hohem Niveau das Ju-Jutsu bei der Polizei angesiedelt ist, zeigte die Teilnahme zahlreicher Bundeskaderathleten, darunter sogar amtierende und ehemalige Welt- und Europameister. Im ersten Finale, Frauen bis 55 kg siegte die als Favoritin angetretene Bundeskaderathletin Mandy Sonnemann (Studentin der Polizeiakademie Niedersachsen) aus Nienburg gegen ihre Konkurrentin Ingrid Weine (Nordrhein-Westfalen). Mandy Sonnemann gelang es dabei, den Kampf in allen Parts Ippons zu erzielen. Sie beendete den Kampf nach zwei Hüftwürfen mit einem Haltegriff schließlich vorzeitig. Bei den Damen bis 62 kg setzte sich Sabrina Hatzky (Nordrhein-Westfalen), Vizeweltmeisterin von 2006, mit 7:4 Punkten gegen Heidi Diedering (Baden-Württemberg) durch. Da sich die beiden Spitzen-Athletinnen sehr gut kennen, agierten sie zunächst eher abwartend und mussten wegen Passivität verwarnt werden. Hauptsächlich im Schlag- und Trittbereich, Spezialität von Sabrina Hatzky, spielte sich dann das Finale ab. Sabrina erhielt für ihre Gesamtleistung auch den Ehrenpreis als beste Technikerin. Die bayerischen Athleten dominierten die Klasse bis 62 kg. Hier kämpften André Hötzel, seines Zeichens u. a. 3-facher Europameister, und Johannes Mayer gegeneinander. Auch in diesem Kampf regierte zunächst die Zurückhaltung - die beiden kennen sich gut aus gemeinsamen Trainingseinheiten. Im Laufe der Begegnung setzte sich der Favorit Andre Hötzel dann aber gegen den zunehmend konditionsschwächer wirkenden Johannes Mayer sehr deutlich mit 11:1 Punkten durch. Der Kampf in der Klasse bis 69 kg begann überaus aktiv. Christian Garbrands (Polizeiakademie Oldenburg, Niedersachsen) punktete durch effektive Schlagtechniken, und warf Sven Just (Sachsen) spektakulär zu Boden, wofür er jedoch keinen Punkt verbuchen konnte. Am Ende wurden die Sekunden gezählt, bevor sich mit 8:4 Punkten der 25-jährige frisch gebackene Deutsche Meister Christoph Garbrands durchsetzen und seiner Sammlung noch den Titel des Deutschen Polizeimeisters hinzufügen konnte. Er erhielt am Ende der Veranstaltung für seine herausragende Leistung bei der diesjährigen DPM Ju-Jutsu auch den Ehrenpreis als bester Techniker. Im letzten Finalkampf des ersten Wettkampftages setzte sich schließlich in einem von vielen Strafen geprägten Kampf der amtierende deutsche Vizemeister Christian Bernhardt von der 5. BPH aus Göttingen gegen seinen Konkurrenten Robert Brendel von der Bundespolizei durch. In Part 2 waren dabei ein spektakulärer Schenkelwurf und in Part 3 ein seitlicher Haltegriff besonders sehenswert. Die Medaillen des ersten Wettkampftages wurden überreicht von der Nemitzer Heidekönigin Susanne Krause und Herrn Karl-Heinz Schultz, Bürgermeister der Stadt Lüchow. Der zweite Wettkampftag stand dann im Zeichen der schweren Gewichtsklassen. Während am ersten Tag die Niedersachsen das dominierende Team waren, übernahm diese Rolle am zweiten Tag das Team aus Nordrhein-Westfalen. Das Nachmittagsprogramm wurde untermalt durch zwei vom Publikum begeistert aufgenommene Auftritte des Show-Teams der Hamburg-Neugrabener-Turngemeinschaft. Die acht Jungen zeigten eine akrobatische Ju-Jutsu-Demo-Show, die so gut beim Publikum ankam, dass sie erst nach Zugaben die Bühne verlassen durften. Im ersten Finalkampf des zweiten Nachmittages traten die Damen bis 70 kg an. Hier setzte sich Nina Wassermann aus Nordrhein-Westfalen mit 22:6 Punkten deutlich gegen die als Lokalmatadorin vom Publikum favorisierte Julia Lamprecht aus Lüneburg (derzeit PA Nienburg) durch. Nina Wassermann setzte erheblich mehr Schlagtreffer und wirkte insgesamt deutlich agiler als ihre Gegnerin. In der offenen Frauenklasse + 70 kg dominierte Veronika Fritz aus Nordrhein Westfalen mit 13:4 Punkten gegen Astrid Garmeier aus Bayern. Astrid Garmeier, die gleichzeitig Deutsche Polizeimeisterin im Judo ist, brachte Veronika Fritz zwar in ihrer Spezialdisziplin mit einem spektakulären Hüftfeger zu Boden, konnte aber den Schlagtechniken der Westfälin wenig entgegensetzen. Die drei Entscheidungen des zweiten Wettkampftages bei den Männern wurden eröffnet durch den Kampf von Christopher Müller (Hessen), gerade als Bronzemedaillengewinner von der Europameisterschaft in Montenegro zurückgekehrt, gegen Andreas Kuhl aus Köln in der 85-Kilo-Klasse. Der klare Favorit Andreas Kuhl, immerhin dreifacher amtierender Weltmeister, wurde allerdings seiner Rolle gerecht. Kuhl nutzte die Meisterschaften in Lüchow insbesondere als Vorbereitung für die in vier Wochen in Taiwan stattfindenden World Games. Andreas Kuhl präsentierte den Zuschauern besonders eindrucksvoll die Vielseitigkeit des Ju-Jutsu und punktete in allen Kämpfen mit einem „Feuerwerk“ von spektakulären Schlägen, Tritten, Wurftechniken und taktischer Bodenarbeit. Bei den Herren bis 94 kg zeigte der zweifache ehemalige Weltmeister Uwe Steinmetz aus Berlin gegen Michael Krebs aus Thüringen, dass er noch nichts verlernt hat und sicherte sich souverän den Titel. In der offenen Klasse über 94 kg siegte der 22-jährige Oliver Borchardt aus Brandenburg mit 17:10 Punkten gegen Henry Hubert von der Bundespolizei. In der Länderwertung setzte sich schlussendlich Nordrhein-Westfalen knapp gegen Niedersachsen und das bayerische Team durch. Die Gastgeber aus Niedersachsen hatten am Ende des zweiten Wettkampftages nicht nur wegen des zweiten Platzes in der Länderwertung allen Grund zum Strahlen – auch das Organisationsteam um Thomas Meyn und Michael Falk hatte ganze Arbeit geleistet. Sowohl von Seiten der zahlreichen Zuschauer als auch von den Aktiven, den Betreuern und dem Deutschen Polizeisportkuratorium gab es nur Lob für die professionelle Ausrichtung und Durchführung dieser Meisterschaft. Wiebke Timmermann Eine Bildergalerie mit allen Team-Fotos findet man hier (Zusammenstellung und redaktionelle Überarbeitung: Georg Kulot)
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