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Detlef Kersten 6. Dan Jiu-Jitsu

2009 der 70-jährige Detlef Kersten in Aktion

Graduierungen: 
6. Dan Jiu-Jitsu
5. Dan Judo

Bundeskampfrichter für Judo, Prüferlizenz für Judo und Jiu-Jitsu

Auszeichnungen:
1999 Ehrenadel des LSB in Gold
2007 Ehrenadel des Judoverbandes S/A in Gold
2008 Ehrenplakette des Ju-Jutsu Verbandes in Gold

Die Kampfsportzeit von Detlef Kersten begann 1958 während des Grundwehrdienstes der NVA in Straußberg (Berlin). Nach Beendigung dieses Dienstes ging er in seinen damaligen und auch heutigen Wohnort Ilsenburg zurück und trainierte dort weiter im Judosport. Die erste Stufe seiner beachtlichen sportlichen Laufbahn, den 5. Kyu, konnte Detlef nach einer zweijährigen „Auszeit“, die er für ein Meisterstudium in der Gießereitechnik benötigte, unter Anleitung seines ersten Übungsleiters, Heinz Pohl, erklimmen. Aber schon kurz darauf war der damalige Übungsleiter aus privaten und dienstlichen Gründen nicht mehr in der Lage, das Training zu leiten. Detlef stand damals vor einer weitreichenden Entscheidung: den Judosport aufzugeben oder aber sich autodidaktisch weiterzuentwickeln und selbst eine Judogruppe ins Leben zu rufen. Zum Glück (für seine persönliche Entwicklung und die des aufstrebenden Judosportes in Ilsenburg) entschied er sich für das Engagement im Kampfsport.

 Der Judoneuling, mit vielen Ideen im Kopf, begann sich mit der damals zur Verfügung stehenden Literatur (Videos und DVDs gab es zu dieser Zeit nicht!)  weiterzubilden. Mit Fleiß, Beharrlichkeit und der moralischen Unterstützung seiner Ehefrau gelang es Detlef im Laufe der Jahre eine leistungsfähige und harmonisch arbeitende Trainingsgruppe aufzubauen. Zeitgleich erweiterte er die eigenen Qualifikationen. 1968 bestand der damals knapp 30jährige in Magdeburg die Prüfung für den 1. Kyu, ein Jahr später die zum Übungsleiter sowie zum Bezirkskampfrichter des Judosportes. Den ersten Meistergrad konnte der begeisterte Sportler 1972 freudestrahlend in Empfang nehmen. 1979 gelang es Detlef, in die Reihen der DDR-Kampfrichter aufzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits für die Übungsleiterstufe IV (heute Trainer B) qualifiziert und die Mitgliederzahl seiner Trainingsgruppe war schon auf 60 Judokas angestiegen. Aber der sportliche Ehrgeiz des Judokas war nicht zu bremsen und erreichte neue Höhepunkte mit der bestandenen Prüfung zum 5. Dan und der Befähigung zum Bundeskampfrichter.

 Ein Besuch der Jiu-Jitsu Union 1991 machte Detlef schließlich auf die Sportart Jiu-Jitsu aufmerksam. Immerhin wurde man in der DDR  auch beim Judosport ab dem 3. Kyu mit dem Thema „Selbstverteidigung“ konfrontiert. Der neugierige Judoka begann nun auch, sich dem Jiu-Jitsu Sport zu öffnen. Seine Ehefrau war von dem nochmals erhöhten Zeitaufwand, den diese andere Kampfsportrichtung erforderte, nicht unbedingt angetan, stärkte ihrem Mann aber weiterhin den Rücken und unterstützte ihn in seinen neuerlichen sportlichen Aktivitäten. Somit widmete sich Detlef nun auch intensiv diesem Sport, bestand am 7.4.1991 sofort die Einstufungsprüfung zum 1. Kyu erfolgreich und legte im selben Jahr bei den damaligen Präsidenten Georg Stiebler, Klaus Wirth und Reinhard Ting den 1. Dan ab.

Durch die konstruktive und unkomplizierte Hilfe in der Zusammenarbeit mit Doris Pohl, Reinhard Ting und Karl-Heinz Rauch erhielt Detlef wichtige Impulse, um den Jiu-Jitsu Sport  in Sachsen-Anhalt qualitativ vorantreiben zu können.

Während seiner weiteren sportlichen Entwicklung konnte der mittlerweile 52jährige in den darauffolgenden 10 Jahren alle Prüfungen bis zum 5. Dan meistern. Die bislang letzte und höchste Stufe der Karriereleiter des Kampfsportes bildete für Detlef wohl unumstritten 2003 die Verleihung des 6. Dans des Jiu-Jitsu Sportes.

Das mit der erreichten hohen Qualifikation verbundene herausragende Wissen und Können nützt nicht nur dem Sportler selbst und seinem eigenen Sportverein. Detlefs besonderes Verdienst ist, dass er als Gründungsmitglied die Entwicklung des Jiu Jitsus in Sachsen-Anhalt von Anfang an geprägt hat. So ist er als Prüfungsreferent ein Garant für Qualität und hohes Niveau in  Ausbildung und  Prüfungen. Auch gilt Detlef als beständiger Unterstützer des Präsidenten gerade in schwierigen Zeiten und als  Befürworter und ein Wegbereiter der Fusion mit dem JJV S/A.                                                                                                                        Der Sportfreund Dirk Schumeier beschrieb Detlefs Wirken einmal so: „Detlefs besonnene und stets humorvolle Art half in schwierigen Situationen immer wieder das Eis zu brechen. Er versteht es, Konflikte zu entschärfen und trotzdem das Ziel im Auge zu behalten. Ohne seine Unterstützung hätte sich das Jiu Jitsu in Sachsen-Anhalt nie so weit entwickelt. Auch die Fusion zwischen dem JJA S/A und der JJU S/A wäre schwierig geworden. Für seine Unterstützung und Loyalität in den letzten 18 Jahren bin ich Detlef sehr dankbar.“

Vom DJB ab 2005 als Kata-Bewerter eingesetzt, ist es dem ruhelosen Kampfsportler auch weiterhin ein Bedürfnis, durch Seminare und Kata-Veranstaltungen sein Wissen zu vervollkommnen und damit wohl auch der Entwicklung des Jiu-Jitsu Sportes in Sachsen-Anhalt immer wieder neue Anstöße zu geben.

Detlef Kerstens Kata-Angebot umfasst die Nage-no-Kata, Goshin-jutsu-no-Kata, Juno-Kata, Kime-no-Kata, Itsutsu-no-Kata und Koshiki-no-Kata.

Manchmal fragt man sich: woher nimmt der „alte“, immer gut gelaunte Mann nur diese Energie? Der Kampfsport muss wohl (nach seiner Familie) große Leidenschaft und Lebenselixier gemeinhin sein. Denn wenn man Detlef nicht auf der Judomatte bei Trainingsanleitung und „Raufen“, Kata-Demonstration, Weiterbildung… trifft, dann vielleicht bei der Gartenarbeit, beim Joggen, Mountainbiken oder Wandern mit seiner Ehefrau. Aber gut, hin und wieder „erwischt“ man ihn auch des Abends beim Entspannen vor dem Fernseher - vertieft in die Betrachtung einer interessanten Kata-Vorführung …



1964