P. Nehls holte mich im Juli 1973 von Winsen/Luhe zur Sportschule des BGS nach Lübeck. Als „Hilfslehrer“ in den Ausbildungsbereichen Schwimmen, Spiele und SV konnte ich mich nun unter den stets konstruktiv kritischen Augen von Peter, der auch mein technisches und methodisches Vorbild war, konzentrierter fortbilden und auch als Multiplikator viel dazulernen.
Ich spielte damals noch als Handball Torwart in der Oberligamannschaft des TuS Lübeck, musste mich aber bald für eine Sportart entscheiden, denn der Trainings- und Zeitaufwand war sonst nicht mehr zu bewältigen.
Ich entschied mich für Ju-Jutsu, übernahm erst eine und gründete dann weitere Trainingsgruppen im Lübecker Judo Club. Gleichzeitig engagierte ich mich in der DDK Landesgruppe (Sachbearbeiter für Schulung und Technik/ SBT) und im SHJV des DJB der Landessektion JJ (Landesbeauftragter JJ ).
Beide Funktionen kam ich in der Zeit von Febr. 1977 bis Okt1982 nach. Meine Ämter auf Bundesebene: Sektion JJ im DJB (1977 – 1982 SBT /1979 – 31.12.1983 Jugendbeauftragter) und in der Bundesgruppe des DDK ( Jan.1980 – 1983 als Bundesprüfungsbeauftragter).
JJV S.-A. Lehrreferent 06.07.1991 – 27.05.1995 Prüfungsreferent 06.07.1991 – 20.06.1993. Prüfungsbeauftragter des SHJJV19.03.1995 – 18.03.1997
Erster Europa Cup der EJJF am 19.05.1979
1. Platz in der „Freien SV“
2. Platz mit Timo Lange in der Kata
3. Platz in der Mannschaftswertung
Ehrennadel in Bronze vom DJB und vom SHJV 1980
11.01.1981 Jugendleiter - Lizenz des DSB
30.08.1981 Trainer -A-Lizenz 1. Ausbildung im JJ
Ehrungen und Ehrungsgraduierungen vom DJJV
Ein schönes Erlebnis im Sport?
Die Frage kann ich nur schwer beantworten, denn seit meinem achten Lebensjahr betreibe ich die verschiedensten Sportarten und hatte in allen überwiegend positive Erlebnisse als Sportler, Übungsleiter und Trainer, die ich auch heute noch habe. Diese Erlebnisse und Erfahrungen haben motiviert und den inneren Motor stets angetrieben. Intrigen (neudeutsch Mobbing) und Schicksalsschläge, die demotivierend wirken konnten wurden von den schönen Erinnerungen überdeckt und waren der Treibstoff zum Weitermachen.
Meinen Entschluss, nach dem Fall der Mauer, in Sachsen – Anhalt ab Juli 1991 Aufbauhilfe in Sache Ju – Jutsu zu leisten, bereute ich nie, denn dort und auch in Sachsen und Brandenburg habe ich viele neue Sportfreunde gefunden, die mit großem Ehrgeiz und Wissensdurst gelernt und trainiert haben. Viele, die damals als 6. Kyu und sogar als Kind bei mir auf der Matte standen, sind noch heute dabei. Nicht selten stehen sie den Juka als Trainer und/oder Funktionär im Verein, Landes- oder Bundesverband zur Verfügung. Ich freue mich über die vielen Aktivitäten, Vereinsgründungen und Erfolge dieses Landesverbandes.
Dein Rat für die Zukunft?
Das JJ wurde von Judoka, Karateka und Aikidoka oft belächelt, weil wir als „Mehrkämpfer“ alle diese Techniken beherrschen wollten. Ein jeder, der tiefer in diese BuDo Sportarten einstieg, konnte feststellen, dass ein weiter Weg vor ihm liegt, wenn er alle Techniken „beherrschen“ will. Heute besteht die Gefahr, dass viele von allem etwas können aber nichts richtig, denn „Wer alles will hat nichts!“
Der Blick über den Tellerrand ist wichtig aber es dürfen nicht die Wurf-, Atemi-und Hebeltechniken vernachlässigt werden. Die Masse der JJ-Techniken sind Ganzkörpertechniken, die ein kompliziertes Zusammenspiel von feinkoordinierten Teilimpulsen darstellen und sich bei Techniken im Stand von unten nach oben aufbauen. Wer diese kinetische Gliederkette durch Unwissen oder Ignoranz der Biomechanik missachtet, nutz nicht die Kinetion der wichtigsten Muskelgruppen und deren Modulation in einer ökonomischen, dynamischen Technikausführung. Er arbeitet methodisch/didaktisch unökonomisch und provoziert Verletzungen, die oft erst später auftreten.
Das Erlernen von Hebel-, Wurf- und Atemitechniken ist meistens komplizierter, zeitaufwendiger und manchmal auch schmerzhafter als auf Stöcke zu schlagen oder ständig „neue“ Messerabwehr-Zaubertechniken zu erlernen. Ich hoffe, dass die überall vermehrt aufkommende Oberflächlichkeit und Bequemlichkeit nicht das Ju –Jutsu verwässert sondern dass wir uns darauf besinnen, dass Qualität vor Quantität kommt, denn „Weniger ist oft mehr!“