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20.11.06 09:10 Alter: 5 Jahr(e)

Letzter Tag der WM in Rotterdam

Kategorie: Wettkampf

Von: Georg Kulot

Guter Abschluss für den DJJV

In den verbleibenden vier Klassen des dritten Wettkampftages kam es aufgrund der sehr engen Länderwertung noch zu erheblichen Verschiebungen. Für den DJJV musste dringend noch mindestens ein Gold her, um die hinter den Holländern zweitplatzierten Dänen zu verdrängen und die viertplatzierten Franzosen auf Distanz zu halten. Das eine Gold sollte zwar gelingen, es blieb aber bei Platz 3, währen sich Frankreich noch ganz nach vorne schieben konnte und Holland auf den zweiten Platz verdrängte.

Die Ergebnisse aus deutscher Sicht:

Marco Dünzl (bis 69 kg), der als einziger in der gesamten Klasse kein Freilos hatte, wollte sich wohl nicht zu lange mit dem Auftaktkampf aufhalten und fertigte den Rumänen Mirel Dragan schnell mit Fausttreffer, Außendrehwurf und Festhalter vorzeitig ab. Der harte, ausgeglichene Zweitrundenkampf gegen Nuria Tleumbetov aus Kasachstan endet für Marco Dünzl mit einem verdienten 9:7-Punktesieg. Auch in der dritten Runde musste sich der Belgier Nicky Covyn kurz vor Ende der Kampfzeit mit Full House geschlagen geben. Im Kampf um den Einzug ins Finale machte Marco einen fatalen Taktikfehler. In einem hochklassigen, ausgeglichenen Kampf lag der Franzose Julien Boussuge rund 10 Sekunden vor Ende der Kampfzeit einen Punkt vorne. Statt einen Blitzangriff zu starten, tänzelte Marco in der irrigen Annahme selbst in Führung zu liegen herum. Ein auf Anfeuerung des Bundestrainers eingeleiteter Schlussangriff kam zu spät. Im völlig ausgeglichenen Kampf um Platz 3 gegen den Italiener Marco Barati lag Dünzel Sekunden vor Schluss knapp vorne. Mit einem „Sturmangriff“ gelang Barati beim Schlussgong ein Wurf, der etwas umstritten mit Ippon gewertet wurde und die Medaillenträume des Deutschen zunichte machte.

Norman Stabenau (+ 94 kg) kam im Auftaktkampf gegen den Taiwanesen Shih-Cheng Lin zu einem deutliche Punktevorsprung von 17:9. In der zweiten Runde beging er dann einen klassischen Fehler: Bei deutlicher Führung gegen den Estländer Hannes Kunart wurde er wegen zweimaligen unkontrollierten Schlagens disqualifiziert. Nach in einem auf beiden Seiten schwach geführten Kampf schied Norman in der Trostrunde letztendlich knapp gegen den Russen Sergey Kunashov aus.

Man konnte zwar erkennen, dass Sabrina Hatzky (bis 62 kg) mit dem Stil der Montenegrinerin Marga Martinovic nicht wirklich gut zurecht kam. So musste auch sie viele Treffer einstecken, blieb dabei aber stets dominant. Somit letztendlich ein klarer und verdienter Arbeitssieg. Hochdramatisch verlief der Kampf um den Einzug ins Finale gegen die holländische Lokalmatadorin Judith de Weerd. Praktisch beim Schlussgong drehte sie die Führung der Niederländerin in einem spektakulären Angriff noch zu ihren Gunsten und stand im Finale. Hier spielte die französische Spitzenkämpferin Isabelle Bacon ihre Erfahrung und ihr Können klar aus und verwies Sabrina auf den zweiten Rang. Immerhin noch ein Vizeweltmeistertitel und damit ein Zeichen für die Leistungsstärke des DJJV-Kaders.

Gut lief es für das Duo-Team Corina Endele und Matthias Huber, die gleich den Auftaktkampf gegen die Dänen klar gewannen. Obwohl sowohl die Rumänen, als auch die Slowenen keine gefährlichen Gegner darstellten, gaben die Beiden Alles und blieben auf hohem Niveau. Im Finale ging es gegen die französischen Spitzen-Duos David und Severin Heiremans, die zuvor die favorisierten Holländer Silvia Alvarez und Barry van Bommel überdeutlich ausgeschaltet hatten. Hier zeigten Corina und Matthias die wohl beste Leistung ihrer Laufbahn. Technisch auf Höchstniveau und extrem ausdrucksstark konnten sie die hoch favorisierten Franzosen verdient mit 99,5:99 hinter sich lassen.

Bei der Fahrt zur Abschlussveranstaltung bedankte sich der Vizepräsident Leistungssport Uli Muchow nochmals bei allen Beteiligten, den Kämpfern, Trainern, Kampfrichtern, medizinischen Betreuern, der Presse und den angereisten Fans und übermittelte die Grüße des Präsidenten Herbert Frese.

Ein Bericht mit weiteren Bildern erscheint in der Januar-Ausgabe des Ju-Jutsu Journal.

Georg Kulot, Anja Sträche und Roland Abé
Medienteam der WM 2006-11-20

 

Ergebnisse des 3. Wettkampftages:

 

Herren
bis 69 kg
1. Julien Boussuge, Frankreich
2. Ferrie Hendriks, Holland
3. Fedor Serov, Russland
3. Marco Barati, Italien
5. Marco Dünzl, DEUTSCHLAND
5. Nurlan Tleumbetov, Kasachstan
über 94 kg
1. Frederic Husson, Frankreich
2. Mihei Neaga, Rumänien
3. Sergey Kunashov, Russland
3. Dariusz Zimolag, Polen
5. Hannes Kunart, Estland
5. Remco Pardoel, Holland

7. Norman Stabenau, DEUTSCHLAND

 

Damen
bis 62 kg
1. Isabelle Bacon, Frankreich
2. Sabrina Hatky, DEUTSCHLAND
3. Margarita Montes, Spanien
3. Judith de Weerd, Holland
5. Nadia Bertrand, Belgien
5. Marga Martinovic, Montenegro

Duo
Mixed
1. Corina Endele & Mathias Huber, DEUTSCHLAND
2. Severin & David Heiremans, Frankreich
3. Silvie Kumin und Michael Bürgisser, Schweiz
3. Silvia Alvarez & Barry van Bommel, Holland
5. Vibeke Haans & Thomas Darholt, Dänemark
5. Andrejka Ferencak & Derenda Matic, Slowenien