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28.08.07 20:17 Alter: 3 Jahr(e)

Ju-Jutsu mit Handicap

Kategorie: Behindertensport, DJJV, Ju-Jutsu

Von: Sascha Vetter

Einige TeilnehmerInnen des Ju-Jutsu-Lehrgangs, Manuela Eckert (4. v. r.), Vorstandsmitglied der DBSJ) zusammen mit den Referenten Andreas Güttner, Sascha Vetter und Juju, dem Maskottchen der Ju-Jutsu-Jugend.

Einige TeilnehmerInnen des Ju-Jutsu-Lehrgangs, Manuela Eckert (4. v. r.), Vorstandsmitglied der DBSJ) zusammen mit den Referenten Andreas Güttner, Sascha Vetter und Juju, dem Maskottchen der Ju-Jutsu-Jugend.

Zu den Aufgaben des Ressort Behindertensport im DJJV e. V. gehört die Vertretung der Interessen von Ju-Jutsuka mit Einschränkungen und Beeinträchtigungen, z. B. innerhalb von Prüfungen. Darüber hinaus werden Kontakte zu Institutionen und Sportverbänden geknüpft und gepflegt. So besteht seit einigen Jahren ein kollegialer Kontakt zum Deutschen Behindertensportverband (DBS) und seiner angegliederten Jugendorganisation, der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ). In diesem Jahr wurde beim Bundesjugendevent in Weimar – worüber bereits im Journal berichtet wurde – das erste gemeinsame Projekt durchgeführt. 10 junge SportlerInnen mit Behinderung und mehrere Begleitpersonen besuchten die Ju-Jutsu-Jugend bei einem der Lehrgänge und nahmen daran teil. Anhand dieses Lehrgangs können die Chancen aber auch die Schwierigkeiten von Integration im Sport verdeutlicht werden.

Den ersten Teil bestritten SportlerInnen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Der von Andreas Güttner und Sascha Vetter geleitete Lehrgang begann mit kampforientierten Formen, in welchen koordinative und konditionelle Anforderungen als Partnerübung gelöst werden mussten. Neben den körperlichen Effekten konnten sich die TeilnehmerInnen besser kennen lernen und ihr Zusammenspiel trainieren.

Im zweiten Teil des Lehrgangs wurden die Gruppen getrennt. Auf der gleichen Matte unterrichtete Andreas für die Ju-Jutsuka Stand- und Bodentechniken mit Betonung auf exakter und sauberer Ausführung. Sascha vermittelte für die Gäste zielgruppengerecht Techniken und Strategien für die Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Anschließend konnten sich die TeilnehmerInnen mit Kämpfen nach Regeln „auspowern“. Trotz der Trennung der Gruppen im zweiten Teil fühlten sich die Jugendlichen der DBSJ zugehörig und akzeptiert von ihren SportkollegInnen.

Auch im regulären Sportbetrieb ist eine permanente Integration nicht immer zu leisten und manchmal würde ein gemeinsames Training ohne Leistungsdifferenzierung nicht zu einem beiderseitigem Gewinn beitragen (das gilt natürlich auch für ein Training mit SportlerInnen ohne Behinderung). Ein Arbeiten in gemeinsamer Atmosphäre mit unterschiedlichen Herausforderungen kann manchmal besser zu einem Gruppengefühl beitragen.

In den Tagen des Bundesjugendsporttreffens konnten im Gegenzug die Ju-Jutsuka die Perspektive von Menschen mit Behinderung einnehmen. Auf der Event-Meile gab es einen Parcour mit mehreren Stationen, in denen bestimmte Behinderungsarten im sportlichen Prozess simuliert wurden. Besonders beliebt war die Hindernisfahrt mit dem Rollstuhl und das Blindenschießen, bei dem neben einer ruhigen Hand auch das Erkennen der akustischen Signale von Nöten war. So konnten sich beide Gruppen mit ihren BetreuerInnen „beschnuppern“ und jeder für sich über den Tellerrand schauen.

Weitere Aktionen der Kooperation von DJJV und DBS sind bereits geplant: Im Herbst wird Annemarie Besold als Expertin für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung bei einer Frauentagung des DBS zu Gast sein. Im Frühjahr wird Sascha Vetter einen Workshop für Männer mit Behinderung anbieten zum gleichen Thema. Im Gegenzug stehen dem DJJV Experten auf dem Gebiet „Sport für Menschen mit Behinderung“ zur Verfügung.

Der Dank für die ersten Schritte auf dem Weg zueinander gilt vor allem den beiden Jugendsekretären Detlev Lütkehoff (DBSJ) und Joachim Thumfart (DJJV), durch deren Einsatz die ersten Schritte zu einer erfolgreichen Kooperation möglich wurden.

Information DBS/DBSJ

Der Deutsche Behinderten-Sportverband (DBS) ist der Dachverband aller sporttreibenden Menschen mit Behinderung in Deutschland und ist Fachverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), wie auch der DJJV. In etwa 380.000 Mitglieder mit unterschiedlichen Einschränkungen betreiben verschiedene Sportarten. Ca. 20.000 Fachübungsleiter unterstützen sie darin.

Die Deutsche Behinderten-Sportjugend (DBSJ) ist die zugehörige Jugendorganisation, welche ca. 50.000 junge Menschen vertritt. Zielsetzung der DBSJ ist u. a., für junge Menschen mit Behinderung Möglichkeiten zu schaffen, viele Sportarten als Leistungs- oder Breitensport betreiben zu können.